Alle Jahre wieder stellt sich die Frage nach den perfekten Weihnachtsgeschenken. Oder den weniger perfekten Weihnachtsgeschenken. Oder den Notlösungsweihnachtsgeschenken. Oder den Hauptsache-es-liegt-etwas-unter-dem-Baum-Geschenken. Tausend Angebote locken im Internet, auf den Weihnachtsmärkten und in den Geschäften. Doch zwischen Glühweinduft und Weihnachtsdeko sollte eines nicht in Vergessenheit geraten: Vieles von dem, was uns angeboten wird, ist weit davon entfernt, unter fairen Bedingungen produziert und gehandelt zu werden. Unter elendigen Bedingungen werden Produkte hergestellt, die so günstig wie überflüssig sind und letztendlich nicht nur denjenigen schaden, die sie herstellen, sondern auch der Umwelt und damit den Konsumentinnen und Konsumenten.

Gerade im Gedanken an Weihnachten sollte es uns nicht egal sein, dass Menschen dafür, dass wir uns gegenseitig eine Freude machen können, ausgebeutet werden. Vielleicht sollte uns diese Tatsache ein paar Euro mehr oder ein etwas kleineres Geschenk wert sein. Ich habe mir in diesem Jahr vorgenommen, nur fair gehandelte Produkte unter den Baum zu legen. Das hat mich etwas mehr Zeit gekostet und hier und da vielleicht etwas mehr Geld – nicht, weil alles so immens viel teurer ist, sondern weil ich bei der Recherche auf tolle Ideen, Projekte und Produkte gestoßen bin und mich nicht immer gut bremsen konnte. Das Argument „ich würde ja gerne, aber es gibt nur Kerzen und Häkeldecken“ lässt sich schnell außer Kraft setzen und ich möchte kühn behaupten, dass es in meiner Familie keine langen „du mit deinem Öko-Krams“-Gesichter geben wird.

Anbei einige Links – nur eine kleine Auswahl von dem, was mir bei der Geschenksuche begegnet ist:

Manomama: es lohnt sich, die Infos über Gründungsgeschichte und Unternehmensphilosophie einmal genauer zu betrachten. Die Gründerin hat auch ein Buch über ihr Unternehmen geschrieben. Wer Weihnachtsgeschenke sucht, findet hier neben Kleidung seit kurzer Zeit auch Schmuck und – wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann – tolle Gürtel.

Armedangles: „Zeitloses Design statt Fast-Fashion, nachhaltige Materialien statt billiger Massenware und faire Produktion statt Lohnsklaverei. Jeder hat die Wahl“, ist auf der Seite zu lesen.  Schöne Kleidung, tolle T-Shirts mit Motiven, auch Yogaklamotten. Armedangles gibt es mittlerweile auch in einigen Offline-Geschäften, und zwar nicht nur in den klassischen „Ökoläden“.

Maas: „Wir sind Ökos.“ Und das ist gut so. Neben Kleidung (vom Stil her eher klassisch) sind hier auch schöne Deko-Artikel zu finden. Mir hat besonders gut die bunte Keramikserie aus einem Handwerksbetrieb in der Toskana gefallen.

Purnatour: „Die natürliche Kunst des Schlafens.“ Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es hier hochwertige Bettwaren gibt, z.B. Decken für jede Jahreszeit gefüllt mit Merinowolle, Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau, Alpacawolle, Tencel usw., ebenso Kopfkissen in jeder Form, Matrazen usw. Aber auch andere Artikel sind hier zu finden, z.B. tolle Holzbrettchen von „side by side“, einem Projekt in dem von Designerinnen und Designern konzipierte Produkte in Werkstätten für behinderte Menschen gefertigt werden.

Manufactum: Produkte aus klassischem Material und handwerklicher Fertigung. Die Herstellerportraits geben Auskunft über Produkte und ihre Geschichte – man liest sich fest und vergisst darüber fast, dass man eigentlich nach Weihnachtsgeschenken gesucht sucht.

Werkhaus: Kennzeichen der Produkte von Werkhaus ist das Werkhaus Stecksystem, mit dem einfache Möbel, Fahrradkörbe, Blumenkästen und vieles mehr entstehen. Die Produkte werden zu 100% in Deutschland hergestellt. Soziale Verantwortung wird bei Werkhaus groß geschrieben, weitere Infos dazu sowie die Unternehmensgeschichte gibt es auf der Webseite zu lesen. Und – nochmal zurück zu den Produkten – hier findet sich wirklich für jeden ein tolles Geschenk, das den 0815-Stempel locker abwehrt.

Waschbär: Rundumshop, der versucht, „für jeden Lebensbereich eine ökologische Alternative zu bieten.“ Ist Mitglied der Fair Wear Foundation.

Green Your Life: Onlineshop für nachhaltige Designprodukte aus sozialen gemeinnützigen Projekten und fairem Handel. „Lass dich begeistern von bestechender Natürlichkeit, minimaler Verpackung, genialen Ideen, recycelten Beauties, ausgefallenen Kreationen und gesunden Produkten.“ Mein Highlight: Duschgel mit der Aufschrift „Stop the water while using me“. Wem da niemand einfällt…

Dwersteg organic: Produktreihe der Firma Dwersteg, die „als eines der ersten Unternehmen weltweit edle Liqueure und Spirituosen aus biologischen und fair gehandelten Rohstoffen“ herstellt. Bestellt habe ich und ausgepackt – probiert leider noch nicht.

Es gibt natürlich vieles mehr (z.B. die klassischen Fairtrade-Shops, wie Contigo und Gepa), viele tolle Projekte, die statt eines Geschenks unterstützt werden können (z.B. Baum- oder Bienenpatenschaften) usw. Die Auflistung könnte, so kommt es mir vor, beinah unendlich fortgeführt werden. Da Weihnachten naht, mache ich an dieser Stelle erstmal Schluss – nicht ohne auf ein tolles Buch zu verweisen, das sich sowohl als Geschenk eignet, als auch zum Selberlesen um weitere Anregungen zu bekommen : den Zukunftsalmanach 2015/2016, ein Buch der gemeinnützigen Stiftung Futurzwei.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten für ALLE!

 

 

 

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