HaiNo Schwarze

HaiNo Schwarze

Gutes Brot ist keine Selbstverständlichkeit – und wenn man es schätzt, hat man es nicht immer leicht. Wer hat schon noch eine gute Bäckerei in der Nähe? Eine Bäckerei, in der mehr als aufgebacken wird und man nicht nur „heiße Luft“ bekommt? Für mich ist der Brotkauf mehr und mehr zur Frustration geworden. Die Nachteile konventioneller Kettenware, die an jeder Ecke zu finden ist, müssen vermutlich nicht näher erläutert werden. Nach langem Suchen hatte ich mein Traumbrot gefunden, ein leckeres würziges Roggenmischbrot in Bioqualität, das auch nach drei Tagen noch gut essbar ist. Nachteil: Es lag nur mittwochs und samstags im Regal und da ich nicht die einzige war, die dieses Brot für sich entdeckt hat, hatte ich zu den üblichen Einkaufszeiten eines Menschen, der Vollzeit arbeitet keine Chance mehr, auch nur noch ein kleines Eckchen dieses wagenradgroßen Brotes zu ergattern. Die logische Folge daraus war für mich selber Brot zu backen. Klar habe ich schon mal Brot gebacken. Aber eben „nur so“, mit nicht zu viel Aufwand nach irgendeinem Rezept. Am ersten Tag gut essbar und dann…naja. Mir war klar, dass ich auf diese Weise nicht ansatzweise zu DEM Traum-Roggenbrot kommen würde. Also fing ich an zu recherchieren und bin auf den Blog von Lutz Geißler gestoßen, PLOETZBLOG. Um es kurz zu machen: Dieser Blog hat es tatsächlich geschafft, dass ich in kürzester Zeit ohne hochmodernen teuren Schnickschnack mit wenig zusätzlicher Ausrüstung tolle Brote backen konnte – auch das Traumbrot. Und mit toll meine ich wirklich tolle Brote. Ja, man muss etwas Zeit investieren (z.B. für den Sauerteig) und die Rezepte mögen auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, aber wenn man verstanden hat, dass ein gutes Brot zwar wenig Zutaten, dafür aber einiges an Zeit braucht, kann man das Backen sehr gut in den Alltag integrieren, bekommt zunehmend Sicherheit und Spaß am Optimieren der Backergebnisse und Ausprobieren neuer Rezepte. Es lohnt sich – versprochen!

Gutes Brot

Eines meiner vorweihnachtlichen Highlights ist die Vorstellung, in den Feiertagen endlich wieder Zeit zum Lesen zu finden. Und mit lesen meine ich nicht, zehn Minuten vorm Einschlafen, sondern mehrere Stunden und am besten gemütlich vorm Kamin. Dementsprechend möchte ich die Auswahl des Buches zelebrieren, in einer Buchhandlung gemütlich und ausgiebig stöbern und mache mich auf den Weg. In der Buchhandlung angekommen will ich meinen Augen nicht trauen, als mir ein Büchertisch auffällt, auf dem ein großes Schild prangt. „Frauenromane“ steht darauf, geziert vom Venussymbol. Ungläuig umkreise ich den Tisch. „Was Frauen lesen“ steht auf der anderen Seite. Ich trete näher und schaue mir an, was Frauen lesen. Was dementsprechend wohl auch ich lese, denn ich bin eine Frau. Ein kurzer Blick genügt um festzustellen, dass ich die Bücher, die auf diesem Tisch liegen ganz sicher nicht lesen werde. Ich suche den Büchertisch mit der Aufschrift „was Männer lesen“ und werde nicht fündig. Ich suche den Büchertisch mit der Aufschrift „was Menschen lesen, die sich keinem Geschlecht zuordnen lassen (wollen)“ und werde nicht fündig. Ich frage mich, ob es sich um einen dummen Scherz handelt, aber niemand lacht. Vielleicht bin ich Opfer einer Zeitmaschine geworden? Mir fällt spontan der bürgerliche Realismus ein. Die Vorstellung verfliegt, aber die Wut bleibt. Muss man heute wirklich noch erklären, warum Frauen nicht prädestiniert dafür sind, Trivialliteratur zu lesen? Dass Frauen nicht mit Kitschromanen auf dem Sofa sitzen und warten, dass sich die Realität in Kitsch verwandelt? Als literaturinteressierte Frau mit abgeschlossenem Germanistik-Studium weiß ich nicht, wie ich einen solchen Büchertisch nicht als Beleidigung auffassen soll. Und mal abgesehen davon: Muss man auch noch erklären, dass nicht alle Frauen dieselben Bücher lesen, nur weil sie Frauen sind? In der Kinderabteilung der Buchhandlung schaut man sich besser gar nicht erst um, denn die rosa Ecken für Mädchen sind schon zur traurigen Normalität geworden. Aber muss man sich das als erwachsene Frau nun auch noch bieten lassen? Die Lust am Stöbern ist mir vergangen. Liebe Buchhandlung, wie wäre es mit einem Schild am Eingang mit der Aufschrift „Was Menschen lesen“?

Alle Jahre wieder stellt sich die Frage nach den perfekten Weihnachtsgeschenken. Oder den weniger perfekten Weihnachtsgeschenken. Oder den Notlösungsweihnachtsgeschenken. Oder den Hauptsache-es-liegt-etwas-unter-dem-Baum-Geschenken. Tausend Angebote locken im Internet, auf den Weihnachtsmärkten und in den Geschäften. Doch zwischen Glühweinduft und Weihnachtsdeko sollte eines nicht in Vergessenheit geraten: Vieles von dem, was uns angeboten wird, ist weit davon entfernt, unter fairen Bedingungen produziert und gehandelt zu werden. Unter elendigen Bedingungen werden Produkte hergestellt, die so günstig wie überflüssig sind und letztendlich nicht nur denjenigen schaden, die sie herstellen, sondern auch der Umwelt und damit den Konsumentinnen und Konsumenten.

Gerade im Gedanken an Weihnachten sollte es uns nicht egal sein, dass Menschen dafür, dass wir uns gegenseitig eine Freude machen können, ausgebeutet werden. Vielleicht sollte uns diese Tatsache ein paar Euro mehr oder ein etwas kleineres Geschenk wert sein. Ich habe mir in diesem Jahr vorgenommen, nur fair gehandelte Produkte unter den Baum zu legen. Das hat mich etwas mehr Zeit gekostet und hier und da vielleicht etwas mehr Geld – nicht, weil alles so immens viel teurer ist, sondern weil ich bei der Recherche auf tolle Ideen, Projekte und Produkte gestoßen bin und mich nicht immer gut bremsen konnte. Das Argument „ich würde ja gerne, aber es gibt nur Kerzen und Häkeldecken“ lässt sich schnell außer Kraft setzen und ich möchte kühn behaupten, dass es in meiner Familie keine langen „du mit deinem Öko-Krams“-Gesichter geben wird.

Anbei einige Links – nur eine kleine Auswahl von dem, was mir bei der Geschenksuche begegnet ist:

Manomama: es lohnt sich, die Infos über Gründungsgeschichte und Unternehmensphilosophie einmal genauer zu betrachten. Die Gründerin hat auch ein Buch über ihr Unternehmen geschrieben. Wer Weihnachtsgeschenke sucht, findet hier neben Kleidung seit kurzer Zeit auch Schmuck und – wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann – tolle Gürtel.

Armedangles: „Zeitloses Design statt Fast-Fashion, nachhaltige Materialien statt billiger Massenware und faire Produktion statt Lohnsklaverei. Jeder hat die Wahl“, ist auf der Seite zu lesen.  Schöne Kleidung, tolle T-Shirts mit Motiven, auch Yogaklamotten. Armedangles gibt es mittlerweile auch in einigen Offline-Geschäften, und zwar nicht nur in den klassischen „Ökoläden“.

Maas: „Wir sind Ökos.“ Und das ist gut so. Neben Kleidung (vom Stil her eher klassisch) sind hier auch schöne Deko-Artikel zu finden. Mir hat besonders gut die bunte Keramikserie aus einem Handwerksbetrieb in der Toskana gefallen.

Purnatour: „Die natürliche Kunst des Schlafens.“ Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es hier hochwertige Bettwaren gibt, z.B. Decken für jede Jahreszeit gefüllt mit Merinowolle, Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau, Alpacawolle, Tencel usw., ebenso Kopfkissen in jeder Form, Matrazen usw. Aber auch andere Artikel sind hier zu finden, z.B. tolle Holzbrettchen von „side by side“, einem Projekt in dem von Designerinnen und Designern konzipierte Produkte in Werkstätten für behinderte Menschen gefertigt werden.

Manufactum: Produkte aus klassischem Material und handwerklicher Fertigung. Die Herstellerportraits geben Auskunft über Produkte und ihre Geschichte – man liest sich fest und vergisst darüber fast, dass man eigentlich nach Weihnachtsgeschenken gesucht sucht.

Werkhaus: Kennzeichen der Produkte von Werkhaus ist das Werkhaus Stecksystem, mit dem einfache Möbel, Fahrradkörbe, Blumenkästen und vieles mehr entstehen. Die Produkte werden zu 100% in Deutschland hergestellt. Soziale Verantwortung wird bei Werkhaus groß geschrieben, weitere Infos dazu sowie die Unternehmensgeschichte gibt es auf der Webseite zu lesen. Und – nochmal zurück zu den Produkten – hier findet sich wirklich für jeden ein tolles Geschenk, das den 0815-Stempel locker abwehrt.

Waschbär: Rundumshop, der versucht, „für jeden Lebensbereich eine ökologische Alternative zu bieten.“ Ist Mitglied der Fair Wear Foundation.

Green Your Life: Onlineshop für nachhaltige Designprodukte aus sozialen gemeinnützigen Projekten und fairem Handel. „Lass dich begeistern von bestechender Natürlichkeit, minimaler Verpackung, genialen Ideen, recycelten Beauties, ausgefallenen Kreationen und gesunden Produkten.“ Mein Highlight: Duschgel mit der Aufschrift „Stop the water while using me“. Wem da niemand einfällt…

Dwersteg organic: Produktreihe der Firma Dwersteg, die „als eines der ersten Unternehmen weltweit edle Liqueure und Spirituosen aus biologischen und fair gehandelten Rohstoffen“ herstellt. Bestellt habe ich und ausgepackt – probiert leider noch nicht.

Es gibt natürlich vieles mehr (z.B. die klassischen Fairtrade-Shops, wie Contigo und Gepa), viele tolle Projekte, die statt eines Geschenks unterstützt werden können (z.B. Baum- oder Bienenpatenschaften) usw. Die Auflistung könnte, so kommt es mir vor, beinah unendlich fortgeführt werden. Da Weihnachten naht, mache ich an dieser Stelle erstmal Schluss – nicht ohne auf ein tolles Buch zu verweisen, das sich sowohl als Geschenk eignet, als auch zum Selberlesen um weitere Anregungen zu bekommen : den Zukunftsalmanach 2015/2016, ein Buch der gemeinnützigen Stiftung Futurzwei.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten für ALLE!

 

 

 

Diskriminierung und Toleranz – ein weites Feld. An dieser Stelle möchte ich auf zwei tolle Blogs aufmerksam machen, die sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit diesen Themen auseinandersetzen und die mir in der letzten Zeit besonders positiv aufgefallen sind.

Beeindruckt hat mich das Projekt „Max ist Marie oder mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind“, ein Transgender Foto- und Textprojekt von Kathrin Stahl, in dem die Fotografin transidente Menschen portraitiert. Ausgehend von der eigenen Erfahrung, die sie durch ihre transidente Tochter gemacht hat, möchte sie mit diesem Projekt zeigen, „wie es Transgendermenschen (er-)geht“.

Über einen Fernsehbeitrag bin ich auf Laura Gehlhaar aufmerksam geworden, die in ihrem Blog „über das Großstadtleben und das Rollstuhlfahren“ berichtet. In ihren Beiträgen erzählt sie von ihrem Alltag, von blöden und schönen Situationen, von Inklusion, die oft nur in der Theorie existiert und von Vorurteilen und Beleidigungen von denen man, wenn man selbst nicht mit ihnen konfrontiert wird, nicht glauben möchte, dass sie wirklich immer noch in dieser Form existieren.

Beide Blogs erinnern aus einer sehr persönlichen Sicht daran, wieviel es noch zu tun gibt und wieviel jeder einzelne von uns dazu beitragen kann.

Es ist dieselbe Diskussion, die ich schon hundert Mal zuvor geführt habe. Wieder einmal – dieses Mal im KollegInnenkreis – erkläre ich auf Nachfrage, warum ich – obwohl ich keine Vegetarierin bin – kein Fleisch esse, das aus Massentierhaltung stammt. Ich esse nur noch sehr selten Fleisch. Wenn ich Fleisch esse, dann bewusst, in kleinen Mengen und in Bio-Qualität. Vom Biohof, nicht aus dem Supermarkt. „Aber das kann man doch gar nicht bezahlen!“ Nein, sicher nicht, wenn man der Meinung ist, man braucht neben Wurst zum Frühstück und zum Abendessen jeden Mittag Schnitzel und Co um zu überleben. Dass dem nicht so ist, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. „Aber bei mir ist das anders.“ Klar, wir sind ja Individuen. Die Diskussion zieht sich vom Mittagessen bis hinüber zum Café, in dem nach dem Essen ein kurzer Zwischenstopp eingelegt wird.

Mittlerweile wird darüber diskutiert, dass es eigentlich völlig egal ist, was man isst. Eh alles verseucht und Bio ist die größte Lüge unserer Zeit. Geldmacherei und so. Ich gieße mir einen Schluck Milch in meinen Kaffee.

„Das ist aber ganz schön inkonsequent. Ist die denn von glücklichen Kühen?“ Hämisches Grinsen macht sich breit. Ja, stimmt. Asche auf mein Haupt, ich bin inkonsequent. Am schönsten ist es, sich das von Menschen sagen zu lassen, die lieber gar nicht erst anfangen, sich mit bestimmten Themen auseinanderzusetzen oder etwas zu ändern. „Ist das nicht anstrengend, wenn man es sich selbst so schwer macht?“ Nein, finde ich nicht. Anstrengend würde ich es finden, jeden Morgen jemandem im Spiegel zu begegnen, dem die eigene Bequemlichkeit am allerwichtigsten ist.

Ich erfahre, dass es für Menschen mit meinen Ansichten eine Schublade gibt. Flexitarier steht daran. Nie gehört. Als ich später im Internet schaue, was sich hinter diesem Begriff verbirgt, lese ich auf einer Seite, die ich unter den ersten Suchtreffern finde, dass es sich hier um Menschen handelt, die vermutlich „ganz normale Fleischesser“ sind, aber aus moralischen Gründen lieber Flexitarier genannt werden möchten. Ich fühle mich nicht angesprochen und mache die Schublade wieder zu – von außen.

Braucht man eine Schublade? Muss es einen Namen für das geben, was man isst ist? Ich finde nicht. Seit vielen Jahren führe ich Diskussionen über dieses Thema, das zwangsläufig auf den Tisch kommt, wenn man gemeinsam mit oder bei anderen Menschen isst. Oft habe ich erlebt, dass sich andere durch meine Einstellung angegriffen oder bewertet fühlen, sie ignorieren oder versuchen, das Ganze durch ein paar Öko-Witze abzutun. Manchmal bin ich diese Situationen leid und möchte einfach in Ruhe gelassen werden essen. Ich frage mich zum Beispiel, warum jeden Mittag ausgerechnet mein Teller in Augenschein genommen und kommentiert werden muss. Bietet ein Schnitzel auf einem anderen Teller nicht ebensoviel Diskussionsstoff?

Andererseits sind aus solchen Situationen heraus auch schon spannende Diskussionen entstanden, aus denen ich viel gelernt habe und durch die andere Menschen vielleicht angefangen haben, sich wirklich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Dafür werde ich wohl auch in Zukunft einige Ökowitze in Kauf nehmen – vielleicht sind ja ein paar gute dabei.

 

Bei einem Abendspaziergang kommen mir zwei Frauen mit zwei Hunden und zwei Kindern entgegen. Die beiden Frauen sind mit den beiden Hunden beschäftigt und die beiden Kinder, ein Mädchen und ein Junge, gehen ein Stück hinter den beiden Frau-Hund-Gespannen her. Der Junge pflückt ein paar lange Gräser am Wegesrand. Hinter den Gräsern erstreckt sich ein Weizenfeld. Das Mädchen sagt ihm er solle lieber nichts pflücken, „Mama hat gesagt, dass der Bauer da gespritzt hat.“ „Aber hier auch?“, fragt der Junge, „ich habe extra was von ganz hinten gepflückt.“ „Ja,“ sagt das Mädchen, „der Bauer hat überall gespritzt“. Der Junge überlegt eine Weile und grinst, rennt ein Stückchen und ruft: „Nee, stimmt ja gar nicht, im Weltall hat er nicht gespritzt.“

Sobald man sich unter Menschen bewegt, erstrahlen rosa und pink, soweit das Auge reicht. Ein Mädchen, das keinerlei rosalilapink trägt, ist nur noch sehr schwer zu finden. Ebenso ist das Geschlecht nicht selten bereits an der Farbe des Kinderwagens oder des Aufklebers auf dem Auto deutlich zu erkennen. Vielleicht die Ablösung der „Was ist es denn?“-Frage, die sich eigentlich recht einfach mit „ein Mensch“ beantworten lassen würde. Eine logische Erklärung, warum ein Säugling zwangsläufig rosafarbene Kleidung tragen muss oder eben diese nicht tragen darf, gibt es wohl nicht, auch wenn genau das konsequent suggeriert wird. Neben der Kleidung (die oft bereits für Babys nach Geschlechtern getrennt offeriert wird) bieten die Spielzeugabteilungen (on- und offline) ein Bild des (vor allen Dingen pinken) Grauens, von der Darstellung der Geschlechter in den Medien ganz zu schweigen.

Spieglein

Erstaunlich finde ich den Rückschritt, den es in dieser Beziehung in den letzten 20 Jahren gegeben hat. Starke Mädchen wie Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter sind abgelöst worden von magersüchtigen, schwächlichen und natürlich in rosa gekleideten Feen mit großen geschminkten Kulleraugen. Einst war Barbie die Ausnahme – heute befindet sie sich in guter und zahlreicher Gesellschaft. Für viele Produkte gibt es neben dem „normalen“ Produkt ein Pendant für Mädchen – selbstverständlich in rosa. Nicht anders sieht das Spielzeug für Jungen aus, die früh erlernen, um rosa Spielzeug einen Bogen zu machen (und erstaunlicher Weise sofort wissen, dass das rosa Ü-Ei nur für Mädchen ist) und sich in die ihnen zugedachten Rollenklischees einzufügen.

Negativbeispiele dieser Art gibt es zahlreiche und in vielen verschiedenen Bereichen und ich möchte an dieser Stelle erst gar nicht mit der Aufzählung beginnen, sondern auf eine Kampagne aufmerksam machen, auf die ich bei der Beschäftigung mit diesem Thema gestoßen bin, nämlich Pinkstinks. Es handelt sich hier um eine Kampagne, die der Pinkifizierung den Kampf ansagt und es Menschen, denen dieses Thema am Herzen liegt, ermöglicht, aktiv zu werden, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, zu demonstrieren, auf sexistisches Werbematerial aufmerksam zu machen, Infomaterial für Einrichtungen zu erhalten und vieles mehr. „Mädchen sein kann man auf viele Weisen“, „Junge sein kann man auf viele Weisen“ lauten zwei der Slogans. Aktuelles Thema ist unter anderem die Sendung „Germanys Next Topmodel“, auf Twitter zu verfolgen unter dem Hashtag #keinbildfuerheidi.

Zudem ist zahlreiches Infomaterial zu finden, wie beispielsweise eine Filmsammlung. Toll sind auch die Buchempfehlungen, in denen man sehr schöne Bücher zum Selberlesen und Verschenken findet. Seit kurzem gibt es im Shop z.B. das Buch „David und sein rosa Pony“, an dem auch Nils Pickert mitgearbeitet hat, der Vater, dessen Foto von ihm und seinem kleinen Sohn im Rock um die Welt ging.

Ein gutes Zeichen, dass sich immer mehr Menschen dagegen wehren, dass Kinder mit Rollenklischees groß werden und früh lernen, ihre eigene Persönlichkeit zu verstecken, auf ihre Stärken nicht mehr stolz zu sein und sich anzupassen, statt ihr Leben so zu leben, dass sie damit glücklich sind. Der Schauspieler Anthony Rapp drückt es treffend aus:

„Etiketten sind für Dosen, nicht für Menschen.“

Bienensterben – ein Thema, das immer häufiger diskutiert und dessen Brisanz mittlerweile unumstritten sein dürfte. Um einen Einstieg in die Thematik zu erhalten, eignet sich z.B. der Film „More than honey“ aus dem Jahr 2012 von Markus Imhoof, der sich mit dem Bienensterben weltweit beschäftigt und erschreckende Tatsachen offenbart. Vor allem die Bilder zur künstlichen Bestäubung in China sind mir als Gipfel der Absurdität im Gedächtnis geblieben.

Wie so oft stellt sich die Frage, welchen Beitrag man selbst leisten kann, um den derzeitigen Zustand zu verbessern. Ich habe bislang folgende Möglichkeiten entdeckt: Weiterlesen